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Geschichte des Spanischen Pferdes |
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Mythos und
Wirklichkeit
von
Peter Engel
Über die Entstehung des heutigen
Typs des spanischen Pferdes gibt es unterschiedliche Theorien. Sicher ist, dass das Spanische Pferd schon im Altertum berühmt war und bereits 300 - 400
n.Chr. ähnliche morphologischen Grundzüge aufwies wie heute.
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Der
spätere Einfluss der Pferde der maurischen Eroberer wird oft überbewertet.
Hunderte von Jahren maurischer Herrschaft gingen sicherlich nicht spurlos an den
ursprünglich in Spanien beheimateten Pferden vorüber. Doch ist der Einfluss
spanischer Pferde auf die Zucht des Berbers sicherlich wesentlich stärker
gewesen.
Es
ist belegt, dass die Mauren nur mit sehr wenigen Pferden nach Spanien kamen. Das
Fußgängerheer der Mauren machte sich erst mit den eroberten spanischen Pferden
beritten.
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In alten Quellen wird berichtet,
dass die Berber die eroberten spanischen Pferde höher einschätzten, als ihre
eigenen. So wurden viele andalusische Hengste als besondere Geschenke nach
Nordafrika gebracht. Es ist sicher anzunehmen, dass diese Pferde in der Zucht
eingesetzt wurden und manche Nachzucht im Laufe der Jahrhunderte dauernden
Herrschaft der Mauren den Weg zurück nach Spanien gefunden hat.
Die teilweise behauptete
Einkreuzung des Wüstenarabers ist eher unwahrscheinlich, da die Eroberer der
spanischen Halbinsel Berberstämme, und keine Beduinen waren.
Im Mittelalter blühte die
spanische Pferdezucht. "Das spanische Pferd" als einheitlichen Typ gab
es damals jedoch nicht. Es gab zu dieser Zeit viele adlige Familien, die der
Pferdezucht nachgingen. Diese Familien züchteten nach eigenen Vorstellungen,
ihr Familienname wurde zu einer Art Markenzeichen, unter dem diese Pferde
bekannt wurden. Berühmte Namen aus dieser Zeit waren z.B. die Valenzuelas,
Guzmanes und die Zamoranos.
Zu dieser Zeit beginnt die
Geschichte der CARTUJANOS, der Pferde der Karthäusermönche.
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HIERRO DE
LA CARTUJA
Der
Glockenbrand der Karthäusermönche |
Im 15. Jahrhundert förderte Don
Alvaro Obertus de la Valeto die Mönche. Mit seinem Tod vererbte er im Jahre
1476 der CARTUJA von Jerez de la Frontera etwa 40 km2 Land.
Im Unklaren ist, wann die Mönche
dort wirklich mit der Pferdezucht begonnen haben. Viele Autoren legen den Beginn
der Zucht mit der Übernahme des Landes zusammen. Altamirano zitiert in seinem
Buch (Historia y Origen del Caballo Español) eine alte Quelle, in
der von einer jährlichen Viehzählung der Stadt Jerez von 1588 die Rede ist, in
der damals der Pferdebestand des Karthäuserklosters von Jerez mit nur 4 Tiere angegeben
ist.
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Das würde insoweit einen Sinn
ergeben, da einige Autoren davon berichten, dass die Zucht der später als
CARTUJANOS bekannt gewordenen Pferde auf die Zucht der Brüder Zamora zurückgeht.
Es wird davon berichtet, dass die Mönche um 1730 die Zucht von PEDRO PICADO übernahmen,
der seine Schulden bei den Mönchen nicht bezahlen konnte.
PEDRO PICADO hatte 1682 die Zucht
der Brüder ZAMORA aus Jerez übernommen, deren Pferde unter dem Namen ZAMORANOS
zu Ihrer Zeit berühmt für ihre Qualität waren.
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Zu den ZAMORANOS gibt es eine
alte Legende. So soll 1665 der Soldat Joaquin
Torres mit einem sehr alten Hengst durch Jerez de la Frontera gekommen
sein. Die Brüder Andres und Diego Zamora
kauften den Hengst und deckten mit ihm Ihre eigenen Stuten. Lediglich zwei
Fohlen, eine Stute und ein Hengst wurden nach dem alten Hengst geboren. Der
Hengst, mit Namen ESCLAVO soll 7 cuartas (Spannen) und 5 dedos (Finger) = ca.
155cm groß gewesen sein.
Er wird beschrieben als Dunkelschimmel, mit sehr schönem Ausdruck , mit
weißen Flecken von der Größe einer Bohne. Schönen Ohren, einer sehr gut
gewinkelten Vor- und Hinterhand und einer besonderen Leichtigkeit in den
Bewegungen. Er soll ein sehr gefügiges Pferd gewesen sein, von einem Kind zu
handhaben. Die Nachzucht von ESCLAVO soll seine Qualitäten geerbt haben, ebenso
wie die Warzen unter seiner Schweifrübe, die in der Folgezeit zu einer Art
Gütesiegel für die Reinheit seiner Nachkommen wurden. Ein weiteres Kuriosum
ist, dass vielen Pferden nach ESCLAVO nachgesagt wird, auf der Stirn 1 oder 2
kleine Erhebungen (Hörner) gehabt zu haben
Aufgrund
seiner Herkunft nach dem Hengst des Soldaten Torres
wurden
seine Nachkommen oft auch ehrfurchtsvoll als Pferde aus der Linie “del
Soldado” bezeichnet.
Andere Autoren differenzieren die
Geschichte der Pferdezucht der Mönche, und behaupten, das die Karthäusermönche
schon vor der Übernahme der Zamoranos
von Pedro PICADO
erstklassige
Pferde gezüchtet haben, die Linie der Zamoranos
aber rein erhalten hätten. Diese Linie soll den heutigen Karthäuserpferden
entsprechen. Dem wird jedoch von anderen Autoren widersprochen, die die Zucht
der Karthäuserpferde für viel älter halten, und glauben, dass die Zamoranos
in dem alten Pferdebestand der Mönche aufgegangen sind.
Altamirano
zitiert in seinem Buch eine Quelle aus dem Karthäuserkloster, die im Jahre 1747
die Zahl und die Farben der Pferde, die im Kloster registriert waren, wie folgt
angibt:
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Farben
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Anzahl der Pferde
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Prozent
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Abzeichen
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Castaña
(Kastanienbraun)
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168
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58,13 %
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5,32 %
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ohne Abzeichen
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94,67 %
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mit Abzeichen
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Negra
(Schwarz)
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87
|
30,10 %
|
13,79 %
|
ohne Abzeichen
|
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86,20 %
|
mit Abzeichen
|
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Torda
(Schimmel)
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15
|
5,19 %
|
53,33
%
|
ohne
Abzeichen
|
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|
|
46,66
%
|
mit
Abzeichen
|
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Alazana
(Fuchs)
|
5
|
1,73 %
|
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Cervuna
(Hirschfarbe)
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10
|
3,46 %
|
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Melada
(Honigfarben)
|
2
|
0,69
%
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Ruana
(Rotgrau)
|
2
|
0,69 %
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Während der
Barockzeit war das spanische Pferd das begehrteste Reitpferd
an europäischen Fürstenhöfen und beeinflusste viele europäische
Pferderassen. Königliche Edikte im 17. und 18. Jahrhundert
bedeuteten fast den Untergang der Rasse. Unter französischer
Herrschaft wurde auf Befehl Napoleons die Einkreuzung größerer
und schwererer Pferde auf der ganzen iberischen Halbinsel
durchgesetzt.
Die Karthäusermönche
weigerten sich jedoch strikt, den Befehlen zu gehorchen. Sie
brachten ihre Pferde in Sicherheit, um mit ihnen rein
weiterzuzüchten. Nur ihrer Sturheit und ihrer Findigkeit ist
es zu verdanken, dass diese Pferderasse über Jahrhunderte bis
heute erhalten blieb.
Anfang des 19.
Jahrhunderts mussten die Karthäusermönche ihren gesamten
Pferdebestand abgeben. Zwischen 1810 und 1835 gaben die Karthäusermönche
viele ihrer Pferde an Züchter aus der Gegend von Jerez ab.
In diesem
Zusammenhang wird oft der Name von ANTONIO ABAD ROMANO
genannt, dessen Blutlinie den Namen ROMANITOS trug.
1866, und später
1869 nennt ANTONIO MACHADO NUÑEZ in seinem Werk “Catalogus
Methodicus Mammalium” Gestüte, die Nachkommen der Pferde
der Karthäusermönche züchten: ZAPATA und NUÑEZ DE PRADO
aus Arcos de la Frontera, CORBACHO aus Montellano, CALERO aus
Vejer. Weiter nennt er die Gestüte von CELIS, CAMINO, VARELA, TEJEDOR; GUERRERO,
MOLINA, ROMERO, MARTEL, RETAMALES und PALOMINO.
Die
wesentlichsten Teile des Karthäusergestüts sollen
letztendlich 1835 zwischen CORBACHO, CALERO und dem Pater D.
Pedro José ZAPATA y Caro, dem Gründer des
Krankenhauses von Arcos de la Frontera aufgeteilt worden sein.
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Das Gestüt der
ZAPATAS hatte den berühmten KANDARENBRAND, der bis heute
existiert. Vincente
Romero, der später die Zucht der ZAPATAS übernahm,
berichtet in einem Brief an seinen Freund Ruy
d’Andrade, dass die ZAPATAS zur Zeit der Übernahme
zwei erstklassige Schimmelhengste besaßen, deren Abstammung
auf die Zuchten von RETAMALES und PALOMINO zurückgehen
sollte. Mit diesen Hengsten deckten sie die Stuten die sie von
den Karthäusermönchen erhalten hatten. Dadurch wurde in der
Folgezeit die Schimmelfarbe immer stärker verbreitet.
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1854 wurde das
gesamte Gestüt ZAPATA verkauft. Es wurde zum größten Teil
von dem bereits erwähnten Vincente
Romero Garcia übernommen, der auch den Brand weiterführte.
Er fügte er dem Kandarenbrand noch ein C hinzu. Seit diesem
Zeitpunkt existieren 2 Kandarenbrände, der ohne und der mit
dem C.
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HIERRO
DEL BOCADO (Kandarenbrand)
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Besitzer dieser Brände waren im Laufe der Jahre: Hermanos
Dominguez, Francisco Chica, Juan P. Domecq, Roberto Osborne,
Fernando C. de Terry, Isabell Merello Viuda de Terry, Rumasa
S.A. und heute die staatliche Gesellschaft Expasa.
Festzuhalten
ist auch, dass lange Zeit nachdem die Pferde der Mönche
verkauft wurden, der Begriff CARTUJANOS kaum benutzt wurde.
Die Pferde hießen nach dem damaligen Besitzer ZAPATAS oder später
ZAPATAS de VINCENTE ROMERO.
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Nachdem die
ZAPATAS die Stuten der Mönche mit eigenen Hengsten angepaart
haben, so ist es wohl heute richtiger von ZAPATAS oder
KANDARENBRAND - Pferden zu reden, wenn es darum geht über
diese eine Zuchtlinie zu sprechen. Wenn man trotzdem den
Begriff CARTUJANOS verwenden will, darf man neben den
KANDARENBRAND – Pferden, den ZAPATAS, die bedeutenden
Blutlinien von CALERO und CORBACHO nicht vergessen.
Die Zucht von
CALERO wurde 1854 an Cristobal Romero Zarco verkaufte. 1897 wurde der Bestand des
Gestüts mit 18 Stuten und 2 Hengsten von VINCENTE ROMERO
GARCIA ergänzt. Nachdem CRISTOBAL ROMERO ZARCO verstorben
war, wurde das Gestüt unter seine Söhne aufgeteilt. Die
Zucht des RAFAEL ROMERO BENITEZ ist heute unter dem Namen
YEGUADA ROMERO BENITEZ bekannt.
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Erwähnenswert
ist, dass in Deutschland das Gestüt Grimmstal ein
Bestand von über 50 Pferden dieser Blutlinie besaß und
dieses Blut in einer Form rein erhalten hatte, wie es selbst im
heutigen Gestüt ROMERO BENITEZ kaum noch existiert.
Leider wurde das Gestüt aufgegeben und die Pferde sind heute
wieder in Spanien.
Interessant
ist, dass bereits 1747 das portugiesische Königshaus durch
den DUQUE DE BRAGANZA bei den Karthäusermönchen 100
Zuchtstuten, 100 Stuten zwischen 2 und 3 Jahren und 5
Deckhengste kaufte, um in VILLA DE PORTEL das berühmte Gestüt
ALTER zu gründen.
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Nachdem Anfang
des 20. Jahrhunderts dieser Stamm durch Fremdbluteinflüsse
fast wieder zerstört war, kaufte Ruy d’Andrade im Auftrag
des portugiesischen Staates von seinem Freund VINCENTE ROMERO
GARCIA Anfang diese Jahrhunderts weitere Stuten und Hengste,
und konnte so 1942 dem portugiesischen Landwirtschaftsministerium einen zwar kleinen, aber doch
gedeihenden Bestand übergeben.
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Interessant übrigens,
dass die Nachkommen von Ruy
d’Andrade heute ihre berühmte Lusitano - Zucht als
eine reinblütige Karthäuserzucht bezeichnen. Einige der
besten portugiesischen Stierkampfpferde sind Nachkommen des
Andrade - Hengstes FIRME, der ein Sohn des Karthäuserhengstes
PRINCIPE VIII war, der den Kandarenbrand trug und von FRANCISCO
CHICA stammte.
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Der
Kandarenbrand wird immer mit dem Namen Terry
in Verbindung gebracht, doch wie man sieht, hat dieser Brand
seine eigene Geschichte. Fernando de Terry hatte den Brand
1949 erworben, verstarb aber bereits 1952. In der Folgezeit
besaß seine Witwe den Brand bis 1981. Danach übernahm die
Holding RUMASA S.A. das Gestüt. Nach dem Konkurs der RUMASA
S.A. stand das Gestüt einige Jahre zum Verkauf. Erst 1990 entschloss man sich, eine staatliche
Gesellschaft, die EXPASA zu gründen, die das Gestüt und den
Brand übernahm. |
Nach Jahren des Niedergangs versucht man
heute unter wissenschaftlicher Leitung dem Gestüt neuen Glanz
zu verleihen.
Hier nur einige
berühmte Pferde, mit Geburtsjahr und Züchter, die alle den
Kandarenbrand trugen:
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Name
|
Brand
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geb.
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ZÜCHTER
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|
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Destinado
II
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1931
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HERMANOS
DOMINGUEZ
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novato
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1937
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Juan
Domecq y NUÑEZ de Villavicencio
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Bilbaino
III
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1947
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Roberto
Osborne y Vazquez
|
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Descarado
ii
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1949
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Fernando
C. de Terry
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Hacendoso
iv
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1955
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Isabell
Merello, Viuda de Terry
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Habanero
xI
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1973
|
Isabell
Merello, Viuda de Terry
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Bereits
seit den 30er Jahren haben andere Züchter auf
der Basis von Pferden mit dem Kandarenbrand
ihre eigenen Zuchten aufgebaut, die teilweise,
besonders aber in den letzten 2 Jahrzehnten, besser
waren, als die Zuchtergebnisse aus dem
Stammgestüt. Um nur einige Namen zu nennen: Osborne
(der ja zeitweise selbst mit dem Kandarenbrand
züchtete), Manuel
de la Calle, Pallares, Blasco Balbuena,
Urquijo (Conde de Odiel), Vizconde de la
Montesina, Marques de Salvatierra,
Gomez-Cuetarra, Las Lumbreras.
Um
die Reinzucht der Pferde mit der Abstammung
aus dem Karthäuserkloster wird heute viel
diskutiert. Tatsache ist, dass heute keine
P.R.E. (Pura Raza Española) ohne Karthäuserblut
existieren.
Wieweit
es allerdings überhaupt noch einen 100% rein gezogenen
Karthäuser gibt, ist offen.
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Die Bemühungen,
eine Definition zu finden, scheiterte bisher
immer an der Tatsache, dass relativ wenig
Original - Dokumente existieren und man sich
über eine genaue Definition nicht einigen
konnte. Meist berichten Zeitgenossen oder
Chronisten späterer Jahre über überlieferte
Legenden, deren Wahrheitsgehalt nur schwer
nachprüfbar ist.
Die neuesten Veröffentlichungen von Juan Carlos Altamirano bringen
wieder neuen Schwung in die Diskussion um die Karthäuser und man darf
gespannt sein, wie sich die fanatischen Verfechter des
Reinheitsgedankens mit seinen Argumenten auseinandersetzen werden. |
Wenn
man heute eine der bedeutendsten
Karthäuserlinien,
die Kandarenbrandlinie als alleinige rein
erhaltene Linie bezeichnet, so macht man es
sich zu einfach. Der Begriff “Cerrado in
Bocado”, der heute in Spanien in aller Munde
ist, bezeichnet nur ein Pferd, das geschlossen
in der Kandarenbrandlinie gezüchtet wurde. Über
eine 100 % beweisbare Abstammung von den
Pferden der Karthäusermönche sagt das nichts
aus.
Dazu
muss man wissen, dass in den 70er und Anfang
der 80er Jahre als Besitzer des
Kandarenbrandes die Familie TERRY, später die
Gesellschaft RUMASA S.A. und ebenso deren
Nachfolger, die stattliche EXPASA nicht
unbedingt ausschließlich mit alten Karthäuserlinien
gezüchtet haben. Die Nachkommen dieser
Paarungen wurden aber ebenfalls mit dem
Kandarenbrand versehen. Ein “Cerrado in
Bocado” wäre auch hier gegeben.
Doch
selbst die ZAPATAS deckten, wie bereits erwähnt,
die von den Mönchen gekauften Stuten
mit 2 Hengsten, die sie bereits besaßen. Über
die Abstammung dieser Hengste kann nur
spekuliert werden. Sie sollen von großer
Qualität gewesen sein, doch ob deren Züchter,
die Gestüte von RETAMALES und PALOMINO
ihrerseits ausschließlich rein gezogene Pferde aus der
Blutlinie des Karthäuserklosters
hatten, ist unklar.
Wie
aus den ersten Stutbüchern hervorgeht, deckte
auch der Nachfolger der ZAPATAS, VINCENTE
ROMERO GARCIA mit CORONEL einem Hengst von
GUERRERO und mit einem Hengst aus dem Gestüt
von CORBACHO.
Wie
ANTONIO MACHADO NUÑEZ berichtete, hatten auch
diese Gestüte Nachkommen aus der Zucht des
Karthäuserklosters. Aber sie trugen nicht den
Kandarenbrand und diese Blutlinien hatten natürlich
auch in anderen Zuchten einen maßgeblichen
Anteil, den man heute nicht einfach unter den
Tisch kehren kann.
Bei
der geringen Anzahl der, ich sage es bewusst mit Vorbehalt, noch lebenden “reinen”
Karthäuser, ist es naheliegend, dass mangels
der nur relativ gering möglichen
Zuchtauslese, viele schlechte Exemplare
existieren. Es ist naheliegend, dass viele PRE
mit 95 % oder mehr Karthäuseranteil eher den
alten Typ verkörpern, als schlechte Pferde
die “Cerrado in Bocado” sind. Dazu kommt, dass
diese Pferde oft günstiger zu haben
sind, bei gleicher oder sogar besserer Qualität.
Bei
der Schwemme der zur Zeit angebotenen
angeblichen “reinen” Karthäuser sind
regelmäßig Zweifel angebracht. Wenn man weiß,
wie schwer es ist, an gute Karthäuser,
besonders an eine gute Stute zu kommen, so
sollte man sich genau informieren, bevor man
den Aussagen eines wortgewandten Verkäufers
Glauben schenkt.
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Es
ist sicherlich nicht abzustreiten, dass von
den typischsten und besten Vertretern dieser
alten Blutlinien eine Ausstrahlung ausgeht,
der man sich nur schwerlich entziehen kann.
Wichtiger
als mit Fanatismus eine vielleicht in ihrer
reinen Form längst verlorene Blutlinie zu
beweihräuchern, ist es, herauszufinden, wie
die so berühmten Pferde der Karthäusermönche
wirklich aussahen, welchen Charakter, welche
Eigenschaften sie besaßen. Und diese
Eigenschaften sind es wert erhalten zu werden.
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Denn
das spanische Pferd vom Karthäusertyp hat
auch heute seinen Platz. Edel, mit hoher
Aufrichtung, seiner ihm eigenen Ausstrahlung,
hohen, weiten Bewegungen und einem Charakter,
der Stärke und Duldsamkeit gleichermaßen
miteinander vereint.
Gemälde:
Jose Manuel Gomez Lopez/Schneider
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